DIETER LIST    
POWERFUL PERSPECTIVES - Unerwartete Landschaften & Architektur 23.04.2021 - 24.07.2021

Ausstellungen

 Dieter List - Powerful Perspectives - Unerwartete Landschaften & Architektur


23.04.2021 - 24.07.2021  


Mit Gipsbinden, wie man sie aus dem medizinischen Bereich kennt, wenn zum Beispiel Brüche geschient werden, Kunstwerke erschaffen – das ist die Spezialität von Dieter List. Der 1950 in Hamburg geborene und nun in Homburg lebende Künstler erzeugt mit diesem unkonventionellen Material einzigartige abstrakte Landschaften und Architektur.    Bevor er sich vollumfänglich der Kunst widmete, schlug List als Sohn einer Hamburger Kaufmannfamilie zunächst einmal eben eine solche Laufbahn ein. Immer wieder spricht Dieter List gerne über seinen Onkel Herbert List, ein bekannter Fotograf, der auch Kunst sammelte und diese Leidenschaft auch an Dieter List selbst vermittelte.    Bezeichnend für die Arbeiten von List sind das Spiel von Farben, Licht und Schatten, es geht um räumliche Erfahrungen; zum Ausdruck gebracht durch eine individuelle Form der Dreidimensionalität.    Dieter List sieht sich selbst als eine Art „Architekt“, als Landschaftsarchitekt und als Architekt für Räume, innen wie außen. Hierbei unterscheidet er zwei Gruppen.





DreiSicht-Objekte:

Mit diesen Objekten erschafft der Künstler Landschaften. „Die Betonung nur auf den Farbwechsel ist meist nicht meine Intuition. Ich denke z.B. dabei an Wanderungen, wo man den gleichen Weg hin und zurück geht und dabei verblüfft ist, wie unterschiedlich der Weg wirkt durch andere Perspektive oder anderes Sonnenlicht.“  Je nach räumlichem Standpunkt des Betrachters ändert sich die Farbgebung bzw. steht eine Farbe im Vordergrund. Die Gipsbinden erzeugen eine Art Relief mit starken Konturen. Schaut man zum Beispiel von der Seite auf ein Werk, so sieht man eine andere Farbpalette, wie wenn man frontal auf die Arbeit blickt. Mit Lackspray und Pinsel wird eine abstrakte Landschaft mit räumlicher Tiefenwirkung erzeugt - sei es eine Insel im Watt, eine Hügellandschaft oder Dünen im Sommer. Die Assoziationen sind so vielfältig wie die Werke selbst. Die Oberflächen sind gewölbt, vereinzelt auch unregelmäßig erscheinend und dennoch ist nichts dem Zufall überlassen.



Für mich sind DreiSicht-Arbeiten Landschaften, im Großen wie allerdings auch im Kleinen. Die Blow-Ups offenbaren für mich Landschaften im Mini-Format, die auch total spannend sind.“



Pure-Arbeiten:

Hierbei handelt es sich um monochrome Arbeiten, die eine formale Strenge akzentuieren. Es wird schnell klar: hier geht es nicht mehr um Landschaft, sondern um Architektur. Die Gipsbinden werden gestrichen und eine gleichmäßige Oberfläche entsteht. Die Arbeiten weisen einen skulpturalen Charakter auf, vier bis fünf Lagen von Gipsbinden werden übereinander positioniert.  Bei dieser Werkgruppe steht die Entdeckung der (Zwischen-) Räumlichkeiten im Vordergrund. Durch die strenge geometrische Anordnung der Gipsbinden werden immer wieder neue Raumtiefen erfahrbar gemacht. Faszinierend ist auch wie sich das Material verändert – einst weiches Verbandsmaterial erhält eine erstaunlich feste Struktur.  In jeder Arbeit von Dieter List ist darüber hinaus eine Holzwäscheklammer (sichtbar oder versteckt) eingearbeitet, die mittlerweile sein Markenzeichen geworden ist. Was hat es mit der Klammer auf sich? Es sind fixe Punkte in der Vielfalt von Farben und Formen. Beeinflusst wird Dieter List von der Objektkunst Jean Tinguelys. Dieser Maler und Bildhauer aus der Schweiz ist bekannt für seine maschinenähnlichen und beweglichen Skulpturen. Die Auseinandersetzung damit weckten in List den Wunsch selbst Kunst zu schaffen. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten.


Man taucht als Betrachter je nach Beleuchtungssituation sowie Standpunkt und Perspektive in immer wieder neue visuelle Kontexte ein. Helle und dunkle Elemente scheinen sich miteinander abzuwechseln, jedes Werk von Dieter List, egal in welchem Format, ist einzigartig in der Anordnung der Gipsbinden, der Farbgebung und auch künstlerischen Intention, die dahinter steht. Es handelt sich um Gesamtkunstwerke, die mit Collage-Charakter plastisch, konturiert und dynamisch sind.

Starten Sie Ihre eigene Entdeckungsreise bei der Betrachtung der einzigartigen Werke von Dieter List!







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19.11.2020

Ali Anvari - Dorns & Flowers

Ali Anvari - Dorns & Flowers

19.11.2020 - 10.04.2021

Kunst ist vielfältig und subjektiv. Es gibt nicht immer nur klassische Arbeiten mit Öl auf Leinwand. Die Nutzung heterogenster Materialien und Bildträger ist in den letzten Jahren kontinuierlich in den Fokus gerückt. Daher ist es wichtig sich von der Masse an Künstlern abzugrenzen und auf sich aufmerksam zu machen. Für die Galerie Eileen ist es eine große Ehre die Arbeiten des Künstlers Ali Anvari in Saarbrücken zu zeigen. Dass dies im Zusammenhang mit der Galerieeröffnung im November 2020 geschieht, ist von umso größerer Bedeutung, denn Ali Anvari ist ein erfolgreicher und unkonventioneller Künstler, der sich auf internationalem Parkett zuhause fühlt.

Dubai – Tallahassee – Berlin – New York – Saarbrücken

An all diesen Orten hat Ali Anvari bereits seine Kunst präsentiert, einzigartige Werke, die Kunstinteressierte weltweit schätzen und auch emotional berühren.

Ali Anvari wurde 1977 in Teheran geboren und die Tradition der von Hand geknüpften Perserteppiche hat ihn schon immer fasziniert. In seiner Heimat arbeiteten Frauen über Monate und Jahre unermüdlich an der Fertigstellung eines Teppichs, bezogen spezifische Muster, Ornamente und Farben mit ein, die so vielfältig sind, dass es mittlerweile auch einiges an Fachliteratur zu den individuellen Teppichmustern gibt. Ali Anvari bringt seine Wertschätzung gegenüber diesen hart und akribisch arbeitenden Teppichknüpferinnen zum Ausdruck, indem er diese alte Kunstform in unsere heutige Zeit überträgt und für uns Europäer verständlicher macht. Um ein Werk zu vollenden, benötigt Ali Anvari, der 2015 sein Diplom an der Europäischen Akademie für Bildende Kunst e.V. in Trier absolvierte, oftmals mehrere Monate.


Mit Öl und Acrylfarbe, die er in mehreren Schichten über Wochen übereinander aufträgt und der Verwendung von Blattgold (ein Verweis darauf, dass Ali Anvari, selbst ein Buddhist, den spirituellen Teil der Arbeiten hervorhebt) sowie einem stets pastosen Farbauftrag, bearbeitet er die traditionellen Teppiche und glorifiziert deren bereits vorhandene imposante Wirkung zusätzlich. Manchmal lässt er den Rand des Teppichs frei, damit der Betrachter noch eine Vorstellung hat, wie dieser im ursprünglichen Zustand aussah. Zuweilen kann es auch vorkommen, dass das ursprüngliche Muster des Teppichs unter der dicken Farbschicht nur noch hindurchschimmert. Seien es Paisley-Formen oder typische Ornamente aus einer persischen Region - Ali Anvari versteht es diese jahrelangen Traditionen in unsere Zeit zu übersetzen, den Teppichen neues Leben „einzuhauchen“ und für jeden auf der Welt zugänglich zu machen. Seinen eigenen Selbstfindungs- und Selbsterfahrungsprozess lässt er in die Werke miteinfließen. Auf diese Art und Weise versteht er sich selbst als „Brückenbauer“ zwischen Orient und Okzident. Der Künstler selbst lebt und arbeitet in Trier.

Ein Upcycling-Gedanke kann hier ebenfalls zum Ausdruck gebracht werden. Wie oft sieht man beim Sperrmüll alte Perserteppiche liegen, die achtlos weggeworfen werden? Ali Anvari wird somit zum Hüter und Bewahrer dieses Kulturgutes und bearbeitet dies dementsprechend, dass die Teppiche an der Wand positioniert in neuen Farben erstrahlen und Teil von internationalen Ausstellungen, Kunstmessen und Museumssammlungen werden.

Ali Anvari ist aber kein Künstler, der Teppiche einfach nur neu bemalt um sie in einem „neuen Look“ erstrahlen zu lassen. Häufig finden sich auch politische Botschaften in seinem Œuvre oder auch die Kategorie des Remakes, nicht die Kopie, sondern die eigene individuelle Übertragung eines bekannten Motivs oder Künstlers in den Stil von Ali Anvari finden statt. Wenn man Arbeiten wie von Picasso oder Van Gogh betrachtet, wird schnell klar: Ali Anvari ist sowohl abstrakt als auch figurativ in der Lage Elemente miteinander verschmelzen zu lassen und in einen harmonischen Einklang zu bringen.

In der Galerie Eileen präsentiert Ali Anvari zusätzlich zu seinen bereits bekannten „abstrakten Persern“ auf Teppich erstmals seine neue Serie „Dornen“ (Acryl auf Leinwand). Diese ist mit der gleichen eigenen abstrakten Technik gefertigt worden wie auf dem Teppich. Mit einer sehr intensiven räumlichen Tiefenwirkung scheint die Acrylfarbe wie eine Dornenranke oder –hecke beinahe aus der Leinwand hervorzutreten und den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Der Farbverlauf ist in diesen Arbeiten umso intensiver und es findet ein Spiel von ursprünglich weißer Leinwand und stark beinahe dreidimensional akzentuierten Partien durch die pastose Acrylfarbe statt. Dornen, die kraftvoll auf einen zugehen, Verborgenes dahinter beschützen und zeitgleich dem Betrachter suggerieren näher an die Arbeiten heranzutreten und sich auf diese einzulassen.


Exhibition Dorns & Flowers Ali Anvari ( YouTube )



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